Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Neubau des Außenbezirk Breisach

Der Außenbezirk am Standort Breisach hat eine lange (verkehrs-)wasserbauliche Tradition.

Datum 22.10.2019

Die derzeit genutzten Gebäude weisen eine historisch gewachsene Struktur auf. Das älteste Gebäude, das jetzige Bürogebäude an der Rheinuferstraße, wurde an dieser Stelle bereits um 1865 errichtet und diente zunächst dem Brücken- und dem Dammmeister gleichzeitig als Dienstgebäude und als Wohnsitz. An dieser Stelle am Rheinufer befand sich eine sog. Schiffs- oder Pontonbrücke zur Überquerung des durch Johann Gottfried Tulla korrigierten Rheins.

Ab Ende der 1920-ziger Jahre wurde am Oberrhein die sog. Rheinregulierung u.a. zwischen Kehl/Straßburg und Istein zur besseren Befahrbarkeit mit Schiffen durchgeführt. Dafür wurde im ersten Schritt das bestehende Hafenbecken, das zur Unterbringung der Schwimmbrückenteile bei Eisgang diente, zu einem Bauhafen in jetziger Größe ausgebaut. Darüber hinaus entstanden weitere Gebäude u.a. zur Unterbringung von Personal, Material und Wasserbaugerätschaften sowie zu deren Wartung und Reparatur. In der Hochzeit der Rheinregulierungsmaßnahmen lagen hier bis zu 30 verschiedene schwimmende Geräte im Hafen und waren bis zu 200 Arbeiter im Einsatz.

Der beschriebenen historischen Entwicklung ist es geschuldet, dass heute mehrere Gebäude auf dem Gelände des Außenbezirkes verteilt stehen. Das Mitte der 1960-ziger Jahre erbaute Sozial- und Werkstattgebäude an der Josef-Bueb-Straße ist in einem baufälligen Zustand und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an Arbeitsstätten. Deshalb werden nun bestimmte Funktionsbereiche des Außenbezirks wie Verwaltung, Sozial- und Werkstattbereich in einem neuen Gebäude auf der Nordseite des Bauhafens vereint. Somit können mit der Zusammenführung dieser Funktionsbereiche unter einem Dach die originären Aufgaben des Außenbezirkes sicherer und wirtschaftlicher abgewickelt werden. Der neue Standort wurde in Abstimmung mit der Stadt Breisach festgelegt, um stadtplanerische Aspekte zu berücksichtigen.

Das neue Gebäude wird nach dem Stand der Technik errichtet und erhält dementsprechend eine hochwertige Wärmedämmung an Wänden und Dach sowie dreifach verglaste Fenster. Besonderen Wert legt das WSA Freiburg hierbei auf den Einsatz erneuerbarer Energien und damit auf die energetische Nachhaltigkeit des Gebäudes. Deshalb wird das neue Gebäude CO2-neutral mit einer sog. Grundwasser-Wärmepumpe beheizt. Hier wird mit der vorhandenen Temperatur des Grundwassers, über das umgekehrte Kühlschrankprinzip, Heizwärme gewonnen und damit das Gebäude beheizt. Durch die nahezu konstante Temperatur des Grundwassers arbeitet eine Grundwasser-Wärmepumpe sehr effizient. Weiter ist geplant, den gesamten Strombedarf des Gebäudes aus einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Büroteils zu gewinnen.

Im Dezember 2017 wurde zunächst das Baugelände nach Kampfmitteln aus dem 2. Weltkrieg abgesucht, geräumt und freigemessen. Im nächsten Schritt erfolgten ab April 2018 die Gründungsarbeiten. Diese waren aufgrund des ungleichmäßigen und weichen Untergrundes relativ aufwendig und umfangreich. Danach begannen die Rohbau- und die Ausbauarbeiten. Die Fertigstellung bzw. dem Umzug in das Gebäude wird im Frühjahr 2020 erfolgen. Für den geplanten Neubau werden sich die Ausgaben, nach derzeitigem Stand auf ca. 4,5 Mio. Euro belaufen.

Der Neubau ermöglicht dem WSA Freiburg auch in Zukunft eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufgabenerledigung an dieser für den Wasserbau historischen Stelle.