Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Geschiebezugabe

Mit seiner Strömung transportiert der Rhein Geschiebe (Kies, Sand, Feinanteile) mit sich. Aufgrund des Baus der Staustufen an Hoch- und Oberrhein wird beim Rhein der natürliche Geschiebetransport unterbrochen. Erst unterhalb der letzten Staustufe bei Iffezheim ist er wieder ein frei fließender Fluss. Durch die Barrierewirkung der Staustufen fehlt es dem Rhein an Geschiebematerial von Oberstrom und er versucht das Geschiebe aus dem Gewässerbett zu gewinnen. Da das Ufer befestigt ist, erodiert ausschließlich die Sohle.

Ohne Gegenmaßnahmen würde sich das Flussbett nach und nach immer tiefer eingraben, mit negativen Folgen für die Natur, Land- und Forstwirtschaft sowie für die Schifffahrt. Um die Sohlerosion und die damit verbundenen negativen Auswirkungen zu verhindern, wird unterhalb der letzten Staustufe seit dem Jahr 1978 das Geschiebe künstlich zugegeben. Dabei entspricht die Zusammensetzung des Geschiebeersatzmaterials der natürlichen Rheinsohle im Bereich der Staustufe Iffezheim.

Auf der Grundlage der deutsch-französischen Vereinbarung von 1982 erfolgt die Geschiebezugabe durch die Bundesrepublik Deutschland. Dabei müssen folgende Vertragsbedingungen eingehalten werden:

  • Mindestniveau des Wasserspiegels
  • garantierte Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt
  • während des Einbaus keine Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs

Der Einbaubereich für die Geschiebezugabe Iffezheim befindet sich zwischen den Rheinkilometern 336 und 338. Die durchschnittlichen jährlichen Einbaumengen des Geschiebeersatzmaterials betragen im Mittel ca. 185.000 m³, wobei die Einbaumengen durch die natürliche Wasserführung des Rheins beeinflusst werden. So wurden im Jahr 1999 bei hohen Abflüssen über 274.000 m³ Geschiebeersatzmaterial eingebaut wohingegen im Jahr 2011 bei relativ geringen Abflüssen nur gut 92.000 m³ Geschiebeersatzmaterial in den Rhein gegeben wurden.